Montag, 15. März 2010

Der Westen muss die islamische Barbarei abwehren

Warum nur haben es kritische islamische Denker so unheimlich schwer gehört zu werden? Ich höre sie.

Der Westen muss die islamische Barbarei abwehren

Von Ibn Warraq 14. März 2010, 14:50 Uhr

Der Einfluss des Islam nimmt in Europa weiter zu. In Großbritannien existieren bereits 85 Scharia-Gerichte, die völlig unvereinbar mit westlichen Demokratien sind. Will der Westen keinen Selbstmord an seiner eigenen Zivilisation üben, muss er seine Werte verteidigen – wie es ein Geert Wilders tut.



Teilnehmer einer Demonstration gegen Scharia-Gerichte in London

Es ist jetzt 17 Jahre her, seit ich das erste Mal darüber geschrieben habe, was es bedeutet, wenn man sich auf die Forderungen von Muslimen einlässt, die im Westen leben; inzwischen ist offensichtlich, dass viele nicht vorhaben, sich an die sie empfangende Gesellschaft zu assimilieren. Stattdessen beharren sie darauf, dass sich das Gastland anpassen muss, indem es ihnen Sonderrechte und Privilegien gewährt.

Wenn wir nicht wachsamer sind, ist es wahrscheinlich, dass die europäische Gesellschaft stark verarmt, und all die hart erkämpften Errungenschaften und Freiheiten, soziale wie politische, in einer Orgie multikulturellen Liberalismus' verschleudert werden. Es könnte sogar die Gefahr bestehen, dass sich die europäischen Gesellschaften in religiöse und kulturelle Gettos aufspalten, jedes mit seinen eigenen Gesetzen. Zwei Dinge sollten wir dabei sorgfältig im Auge behalten: die Scharia und die Meinungsfreiheit.

Im Februar 2008 stellte der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, zustimmend fest, dass „die Anwendung der Scharia unter bestimmten Umständen“ in Großbritannien „unvermeidbar“ sei. In mehreren Interviews ließ er keinen Zweifel daran, dass er die Vorstellung „ein Recht für alle“ gefährlich fand – ein Eckpfeiler der westlichen Zivilisation, Gleichheit vor dem Gesetz: eine Gefahr!

Im Juli 2008 sah der Oberste Richter von England und Wales, Lord Phillips, keinen Hinderungsgrund, in Streitfällen die Scharia als Grundlage einer Vermittlung einzusetzen.

In Großbritannien arbeiten heute bereits 85 Scharia-Gerichte, sie wenden islamisches Recht an, um häusliche, familiäre und geschäftliche Streitfälle zu lösen; viele dieser Gerichte sind in Moscheen angesiedelt. Dabei bedroht die pure Existenz der Scharia-Gerichte die Rechte und Freiheiten von Individuen und die Vorstellung von einem Rechtssystem, das auf Gesetzen beruht, die von gewählten Volksvertretern beschlossen wurden.

Solche Scharia-Gerichte sind ihrem Wesen nach sektiererisch, sie verschärfen die religiöse und soziale Spaltung der Gesellschaft, und sie erheben einige Muslime über das Recht, das der Rest der Gesellschaft befolgen und respektieren muss. Prinzipiell, versichern uns sorglose Regierungsvertreter, dürften solche Gerichte nicht gegen das Recht des Landes urteilen.

Aber einige der Entscheidungen solcher islamischer Tribunale werden bereits als rechtlich bindend angesehen, und sie könnten von Zivilgerichten in England und Wales bestätigt werden. Die Untersuchung eines führenden Think Tanks in London, Civitas, fand jüngst heraus, dass es unter diesen Entscheidungen solche gab, die illegale Handlungen beinhalteten und andere, die Menschenrechtsstandards britischer Gerichte missachteten.

Die Scharia ist totalitaristisch

Das islamische Recht beziehungsweise die Scharia, zum Teil aus dem Koran abgeleitet und aus den Taten und Worten des Propheten, wird als gottgegeben angesehen, als unveränderlich und unfehlbar. Das ist eine totalitäre Konstruktion, die darauf abzielt, jeden einzelnen Aspekt des Lebens eines Muslims zu kontrollieren, selbst eines Nicht-Muslims – und deshalb ist dies vollkommen unvereinbar mit westlichen, liberalen Demokratien und den Menschenrechten.

Das islamische Recht diskriminiert Frauen; sie dürfen nur die Hälfte dessen erben, was Männer erben; Männer dürfen Frauen schlagen; vor Gericht zählt die Aussage einer Frau nur halb so viel wie die eines Mannes; muslimische Frauen dürfen keine Nicht-Muslime heiraten; die Scharia schreibt bei Ehebruch Steinigung bis zum Tode vor; Amputation der Hände bei Diebstahl; Kreuzigung für den, der Unruhe stiftet; Homosexuelle und Apostaten gehören hingerichtet.

In anderen Worten: Muslime wollen Praktiken einführen, die wir im Westen vor vielen Jahren als barbarisch verworfen haben und die vor allem Frauen Menschenrechte verweigern. Das englische Recht, eines der Fundamente der britischen Gesellschaft, ist im Gegensatz zum festgeschriebenen islamischen Recht eng verbunden mit den Realitäten des menschlichen Lebens und Streitens und entwickelt sich deshalb immer weiter.

Radikaler Islam bedroht die Meinungsfreiheit

Eine der größten Errungenschaften der westlichen Zivilisation ist außerdem die Meinungs- und Redefreiheit. Auch sie wird bedroht durch die Forderungen des radikalen Islam. Die Freiheit, alles zu hinterfragen, ohne Tabus und politische Korrektheit, ist essenziell für sozialen, politischen, religiösen und wissenschaftlichen Fortschritt, um Irrtümer zu erkennen und näher zur Wahrheit vorzudringen. Deshalb ist Meinungsfreiheit für eine Demokratie unverzichtbar, sie ist ein Mittel, um die Exzesse jener zu korrigieren, die an der Macht sind, und um Vernunft in die öffentlichen Angelegenheiten zu bringen.

Vielen im Westen scheint entgangen zu sein, dass es schon beim Menschenrechtsrat in Genf den islamischen Staaten gelungen ist, Resolutionen durchzubringen, die das Wesen der Meinungsfreiheit unterminieren, ein Prinzip, das in Artikel 18 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 festgeschrieben wurde. Die Scharia und den Islam zu kritisieren, ja sie nur zu erwähnen, ist künftig verboten.

Deswegen steht in dem Verfahren gegen den niederländischen Politiker und Islamkritiker Geert Wilders in Amsterdam die westliche Zivilisation selbst vor Gericht. Nicht nur wurde Wilders ein faires Verfahren verwehrt, indem man ihm nicht erlaubte, die von ihm gewünschten Zeugen zu hören – man hätte ihn überhaupt nicht vor Gericht stellen sollen. Wilders hat das Recht, den Islam zu kritisieren, und mit seiner Kritik weist er auf die barbarischen Aspekte des Korans hin, der Hass gegen Juden, Christen und andere Nicht-Muslime predigt. Wilders hat nichts erfunden, er gibt lediglich eine wahrheitsgemäße Darstellung des wahren Inhalts der heiligen Schrift der Muslime.

Oder anders gesagt: Er nimmt nicht nur sein Recht der freien Rede in Anspruch, Wilders sagt tatsächlich die Wahrheit, seine Vorwürfe gegen den Koran haben Substanz. Selbst viele Liberale im Westen beklagen oft das Fehlen einer Reformation im Islam, möchten aber paradoxerweise Menschen wie Geert Wilders, Ayaan Hirsi Ali, Salman Rushdie und Wafa Sultan keine volle Meinungsfreiheit zugestehen. Aber wie soll jemals eine Reformation oder besser: eine Aufklärung im Islam beginnen, ohne dass mal irgendjemand irgendwo diese am meisten kritikwürdige Religion und deren heilige Schrift kritisiert?

Der Islam braucht eine Aufklärung

Reformen im Islam hieße lediglich, Anpassungen und Modifikation an etwas vorzunehmen, das im Kern immer noch ein theologisches Konstrukt bliebe, sie würden eine immer noch theologisch entworfene und geordnete Gesellschaft zur Folge haben. Was wir brauchen, ist eine Bewegung der Aufklärung in der islamischen Welt und im islamischen Denken. Denn in der Geschichte Europas war die Aufklärung der dramatischste Schritt zu Säkularisierung und Rationalismus – mit nicht minder bedeutenden Folgen für die gesamte Welt.

Und das Werk, das mehr als jedes andere diese tief greifende Revolution der Menschheitsgeschichte bewirkt hat, ist Spinozas Tractatus theologico-politicus, veröffentlicht im Jahre 1670. Für Spinoza war die Bibel ein ausschließlich menschengemachter, säkularer Text und die Theologie keine unabhängige Quelle der Wahrheit. So wie die Bibelkritik die europäische Aufklärung einleitete, kann nur die Korankritik, die bisher so weit hinterherhinkt, zu einer islamischen Aufklärung führen.

Geert Wilders verdient Applaus, man sollte ihn als Helden feiern, nicht nur dafür, dass er die richtigen Schritte unternimmt, um Muslimen zu helfen, eine eigene Aufklärung zu schaffen, sondern auch für seinen mutigen Kampf zur Verteidigung der westlichen Werte. In den Worten von John Stuart Mill: „Ein Mensch, der nichts hat, für das er bereit wäre zu kämpfen, und dem nichts wichtiger ist als seine persönliche Sicherheit, ist eine armselige Kreatur ohne die Chance, frei zu sein; außer er wird es und bleibt es durch die Anstrengung jener, die größer sind als er selbst.“ Wilders ist weitaus größer als diejenigen, die ihn vor Gericht brachten und die kollektiv entschlossen zu sein scheinen, einen Selbstmord an ihrer Zivilisation zu verüben.

Der Autor

Ibn Warraq wurde 1946 im indischen Rajkot als Muslim geboren, wandte sich später aber vom Islam ab. Er studierte an der Universität Edinburgh beim Orientalisten William Montgomery Watt. Angesichts der schwachen Reaktionen westlicher Intellektueller auf die Todes-Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie begann Warraq 1993 sein Buch „Warum ich kein Muslim bin“ (auf Deutsch bei Matthes & Seitz, Berlin, 2004).

Als es 1995 erschien, war er Professor für britische und amerikanische Kultur in Toulouse. Aus Sicherheitsgründen legte er sich das Pseudonym Ibn Warraq zu. Er gehört zu den Autoren des „Manifestes der 12“ gegen den Islamismus als „neue totalitäre Bedrohung“ von 2006, das u.a. Ayaan Hirsi Ali, Bernard-Henri Lévy, Irshad Manji, Taslima Nasreen und Salman Rushdie unterzeichneten.

(Übersetzung: Rainer Haubrich)


Quelle

Samstag, 6. Februar 2010

Der Streit um den Islam



Ein interessanter Artikel der Zeit über die in Deutschland herschende Islam-Debatte. Ich denke, die im Artikel so bezeichnete Dauerverdächtigung liegt vor allem daran, dass es kaum offizielle muslimische Verbände gibt, die sich ausdrücklich vom Islamismus distanzieren. Die muslimische Öffentlichkeit ist zu heterogen, für gemeinsame Stellungnahmen, was sehr bedauernswert ist. Ich habe im letzten Jahr eine Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde besucht.
Diese versteht sich als ein Reformbewegung im Islam, die sich deutlich vom Islamismus distanziert, Frauen die gleichen Rechte wie Männern zuschreibt (, auch wenn die Gebetsräume immer noch getrennt sind und die Frauen aus freien Stücken ihr Kopftuch in der Moschee tragen) und für die Trennung von Staat und Religion ist. Der Dialog war sehr konstruktiv und der Sprecher der Gemeinde und ich sind insofern auf einen Nenner gekommen, dass Abschottung voneinander zu nichts führt und miteinander gesprochen werden muss.
Menschen mit islamischem Hintergrund sind ein Teil Deutschlands und es bringt niemandem etwas, wenn man aneinander vorbeilebt. Ich fordere sowohl Integrationswillen, wie auch die Anerkennung der deutschen Gesetze von den islamischen Menschen in diesem Land, aber ebenso von der Politik die Abschaffung der Hürden, die vor allem Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu früh aus dem Bildungssystem aussiebt und auf das Abstellgleis Hauptschule verfrachtet. Die Integration wird erst gelingen, wenn sich in Deutschland ein islamisches Bildungsbürgertum entwickeln kann und sich niemand mehr auf Grund seiner Abstammung oder Religion benachteiligt fühlen kann.

Islamkritik
Der Streit um den Islam

Die Grenzen der Toleranz: Warum in der hysterisch geführten Debatte derzeit so viel Verwirrung herrscht


Wie viel öffentliche Dauerempörung braucht der Westen über einen gewalttätigen Islam, um als glaubwürdiger Verteidiger seiner Freiheiten zu gelten? War es schon ein Zeichen von gefährlichem Appeasement, dass der versuchte Anschlag auf den dänischen Mohammed-Karikaturisten eher resignativ hingenommen wurde – als etwas, das seit der berüchtigten Fatwa gegen Salman Rushdie zu den bekannten Bedrohungen gerechnet werden muss? Manche Zeitgenossen sehen den Westen so: auf dem Weg zu einer feigen Anpassung an eine kriegerische Religion, die langsam, aber sicher seine Freiheiten terroristisch untergraben wird.
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Man kann aber auch umgekehrt fragen: Wie viel Dauerverdächtigung einer Weltreligion, die neben dem Terror noch viele andere Gesichter hat, kann sich der Westen leisten, ohne seine Freiheiten selbst zu untergraben, zu denen schließlich auch die Religionsfreiheit gehört? Denn zu dem Angebot, das der Westen der Welt und die westlichen Staaten in ihren Verfassungen dem Bürger machen, gehört nun einmal, dass seine Freiheiten universell gelten sollen, nicht nur dem Angehörigen der eigenen, ursprünglich christlich geprägten Kultur, sondern jedem, der sich an Recht und Gesetze hält. Auch diese Position hat ihre erregten Verteidiger, die in der Dauerkritik am Islam eine Gefahr für die Integrationsfähigkeit des Westens sehen und übrigens auch für die Glaubwürdigkeit seiner Einladung an die Welt, die westlichen Freiheiten zu übernehmen.

Islam und Islamismus dürfen nicht verwechselt werden

Der Streit, der hierzulande unter anderem zwischen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Keine Feigheit vor dem Feind!) und der Süddeutschen Zeitung (Kein Feindbild schaffen!) tobt, ist vor allem ein Kampf der Befürchtungen: Was ist schlimmer, den Islam zu verharmlosen oder ihn zu verteufeln? Es liegt auf der Hand, dass der Streit auf dieser Ebene, die vor allem eine des persönlichen Lebensgefühls ist, nicht entschieden werden kann. Es liegt ebenfalls auf der Hand, dass man prominenten Islamkritikern wie Necla Kelek, die selbst der islamischen Welt entstammen, keine westliche Arroganz unterstellen kann. Sie verfügen über Kenntnisse und mitunter schreckliche Erfahrungen, gegenüber denen eine Haltung religiöser Toleranz einzuklagen seltsam unangemessen ist. Wenn sie meinen, dass der liberale Deutsche nicht einmal ahne, was sich in seiner Nachbarschaft unter islamischen Einwanderern abspiele, dann ist dies zunächst zu akzeptieren. Im Übrigen muss man nur in die Türkei reisen, um nicht nur von Kemalisten, sondern auch von aufgeklärten Gläubigen zu hören, wie bedrohlich sie ein Vordringen des Islamismus sehen.

Und schließlich: Gerade der offene Austausch solcher Befürchtungen ist der beste Beweis für die unangefochtene Praxis westlicher Meinungsfreiheit. Allerdings sollte die Debatte von Unterstellungen frei bleiben; keiner, der die Konstruktion eines islamischen Feindbildes fürchtet, hat jemals Sympathie für Gewalttäter geäußert oder gar die Bereitschaft zur vorauseilenden Unterwerfung unter die Scharia zu erkennen gegeben. Vielleicht empfiehlt es sich, die Internetseite »Achse des Guten«, die besonders großzügig mit solchen Unterstellungen arbeitet, aus der Debatte herauszuhalten. Sie hat sich eher als Achse des Bösen gezeigt. Sie ist nicht an Aufklärung interessiert, sondern will den Westen in eine dem Islamismus analoge Hassposition emporpeitschen. Indes: Die Barbarei mit den Mitteln der Barbarei zu bekämpfen ist keine Option für den Westen. Sie würde seinen Anspruch auf menschenfreundliche Überlegenheit ruinieren.

Die entscheidende Frage lautet: Wie viel Gleichsetzung des Islams mit dem Islamismus verträgt die Debatte? Man darf zwar den Verdacht hegen, dass dem Islam ein Keim zur gewalttätigen Entgrenzung innewohnt – aber man darf nicht jedem einzelnen Gläubigen die nämliche Tendenz unterstellen. Es widerspricht jedem Grundsatz unserer Verfassung, von Rechtsstaat und freiheitlichem Menschenbild, einem Individuum ohne Ansehen der Person eine kollektive Identität oder gar Kollektivverantwortung unterzuschieben. Einen Muslim allein schon seines Glaubens halber als potenziellen Attentäter zu betrachten entspricht der Haltung, mit der seinerzeit alle Sinti und Roma für Diebe gehalten wurden. Es ist die Logik des Rassismus.

Es ist ja auch glücklich die Zeit überwunden, in der protestantische Gesellschaften dazu neigten, jedem einzelnen Katholiken alle historischen Verfehlungen oder aktuellen Haltungen des Vatikans schuldhaft anzulasten. Übrigens ist der Katholizismus ein gutes Stichwort: Der amerikanische Religionssoziologe José Casanova hat kürzlich in einem Büchlein die Verwandtschaft zwischen aktueller Islamfeindlichkeit und historischer Katholikendiskriminierung vorgeführt. Alles, was heute dem Islam zugeschrieben wird – das autoritäre Menschenbild, die Demokratieuntauglichkeit, die Missachtung individueller Freiheit und die Unterdrückung der Frau –, wurde im Amerika des 19. Jahrhunderts den Katholiken zugeschrieben. Sie galten als Gefahr für Gesellschaft und Staat. Ihre Loyalität stand stets infrage, sie wurden verfolgt und diskriminiert. Das ging so, mit langsamer Abschwächung, bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Unabhängig davon, ob die antikatholischen Verdächtigungen jemals zu Recht bestanden, zeigt das Beispiel vor allem eines: dass sich das Bild einer Konfession im Laufe der Zeit wandelt. Nichts ist für ewig. Einmal unterstellt, wir hätten ein Interesse daran, dass sich der Islam unserer Gesellschaft, unserer Demokratie, unseren Vorstellungen von Geschlechtergleichheit anpassen möge – und wir wären gut beraten, dieses Interesse zu haben –, dann sollten wir nicht versuchen, den Islam auf ein unwandelbar autoritäres Erscheinungsbild festzulegen. Wir sollten im Gegenteil nach den besonderen aktuellen Bedingungen forschen, unter denen er noch oder vielleicht gerade jetzt Gewalt freisetzt.

Das heißt: Wir müssen den Islam verstehen. Nichts ist törichter, als die Verweigerung von Verständnis für einen Ausweis von Stärke zu halten oder für eine Bedingung der kämpferischen Verteidigung des Westens. Wenn es etwas gibt, womit der Westen stets seine Stärke bewiesen hat, dann in der Fähigkeit, auch zu Zeiten der Bedrohung das Fremde analytisch durchleuchten zu können. Mit Angst ist keine Überlegenheit zu demonstrieren.

Das heißt aber nicht: Toleranz gegenüber der Intoleranz zu zeigen. Wir müssen und dürfen keine Verstöße gegen unsere Rechtsordnung dulden und auch nicht das Ausgreifen einer Religion auf Felder der Öffentlichkeit, das über das Maß hinausgeht, das anderen Religionen auch zugebilligt wird. Wo Kirchen sind, dürfen auch Moscheen sein. Aber wo Kruzifixe nicht hängen sollen, kann auch kein Kopftuch getragen werden.

Es mag schon sein, das diese oder andere unserer Selbstverständlichkeiten (so auch das Verbot von Zwangsheiraten und dergleichen) dem Islam, zumindest in der Auslegung mancher Muslime, zuwiderlaufen. Aber das sollte uns nicht zu einem Generalverdacht gegen ihre Religion verleiten oder gar zu dem Wunsch, muslimische Einwanderer hinauszuekeln. Jedoch: Sollte sich der eine oder andere durch unsere Gesellschaftsordnung in seiner Glaubenspraxis empfindlich behindert fühlen, bleibt es ihm unbenommen, ein anderes Land zu suchen. Auch dies ist die Freiheit des Westens.

Quelle

Donnerstag, 4. Februar 2010

Iran Provoziert Mit Raketen


Hoffen wir, dass die Revolution kommt.

Neue Gesetze für neue Technologien


Interessanter Beitrag. Lang lebe das Internet!

Mittwoch, 3. Februar 2010

Ahmadinedschad droht dem Westen mit Gewalt


Wie es aussieht will der kleine Mahmuod ein Militärmanöver abhalten. Ich bin gespannt, was passieren wird. Wenn ich mich recht erinnere, kann man aber zum 8. Februar wieder mit neuen Demonstrationen der Opposition rechnen. Den genauen Anlass weiss ich nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es mit den muslimischen Riten und Montaseris Todestag zusammenhängt (40 Tage später?).

Montag, 1. Februar 2010

Imamausbildung an den Unis



Zeit wird's. Passend zum Thema Integration habe ich hier noch ein Interview mit Necla Kelek.

Religion an der Uni
Experten begrüßen Islam als Uni-Fach

Imam-Ausbildung an deutschen Hochschulen? Experten sehen in den Empfehlungen des Wissenschaftsrates dazu einen großen Fortschritt für die Integration


Die Forderung des Wissenschaftsrats, islamische Theologie als Fach an den deutschen Hochschulen zu verankern, stößt auf Zustimmung aus allen politischen Lagern. Zustimmend äußerten sich neben Grünen-Chef Cem Özdemir und SPD-Bildungspolitikern auch die muslimischen Verbände, die Türkische Gemeinde und mehrere CDU-Politiker, darunter Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet (CDU) sagte dem Tagesspiegel: „Wir brauchen mehr Imame, die unserer Gesellschaft entstammen und an deutschen Universitäten ausgebildet werden. Imame, die ohne Deutschkenntnisse wie Diplomaten für wenige Jahre aus der Türkei einreisen und die deutsche Gesellschaft nicht kennen, passen nicht mehr in die Zeit einer modernen Integrationspolitik. Deshalb muss der Vorschlag des Wissenschaftsrats bald umgesetzt werden.“
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Der Wissenschaftsrat, das wichtigste Beratungsgremium zur Wissenschaftspolitik, wird am Montag seine Empfehlungen zur Reform der Universitätstheologie und Religionswissenschaft vorstellen. Die Einrichtung von Zentren islamisch-theologischer Forschung bezeichnet der Wissenschaftsrat darin als „vordringlich“ und schlägt vor, sie zunächst an zwei bis drei Universitäten einzurichten, die bereits über einen religionswissenschaftlichen Schwerpunkt verfügen.

Einen Durchbruch in der seit Jahren festgefahrenen Debatte um die Rolle des Islam im deutschen Religionsverfassungsrecht könnte der Vorschlag des Wissenschaftsrats für die Einbeziehung der muslimischen Religionsgemeinschaften selbst sein – das Grundgesetz schreibt dies vor. Das Gremium, in dem neben Hochschulpolitikern und Wissenschaftlern auch Vertreter des Bundes und der für die Kulturpolitik zuständigen Länder sitzen, schlägt dafür nämlich Beiräte vor, die die gesamte Breite des muslimischen Spektrums repräsentieren und jederzeit offen für Vertreter weiterer Richtungen sein sollen. Zudem soll sich an jeder Universität ein eigener Beirat bilden. Nach fünf Jahren werde man dann prüfen, welches Modell sich bewährt hat.

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